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Dienstag, 10. März 2015

PCO -was bedeutet das für mich?

Was ist PCO?

PCO steht für Polyzystisches Ovarialsyndrom und ist die meist verbreitete hormonelle Störung von Frauen im gebärfähigen Alter. Diese Störung geht einher mit drei hauptsächlichen Merkmalen:

1. Polyzystische Ovarien -> Man spricht davon, wenn man viele kleine Zysten in den Eierstöcken hat, da es zu viel zu wenigen Eisprüngen oder auch gar keinen Eisprüngen kommt. 

2. hoher Spiegel an männlichen Hormonen -> häufig haben diese Frauen einen verstärkten Bartwuchs, weniger Haar, bzw. Haarausfall auf dem Kopf, Akne

3. seltene oder keine Eisprünge -> dadurch sehr seltene oder ganz ausbleibende Regelblutung


Wie wird PCO diagnostiziert?

Über die Entstehung und Gründe von PCO wird derzeit viel diskutiert, aber es wurde sich schon mal darauf geeinigt, dass wenn zwei der drei folgenden Kriterien zutreffen, PCO sehr wahrscheinlich ist:

1. Zyklusstörung -> gar keine Regelblutung oder Zyklen, die länger als 35 Tage dauern

2. Polyzystische Ovarien

3. Überschuss an männlichen Hormonen

Allerdings muss ich sagen, dass nicht jeder Arzt gut über dieses Thema informiert zu sein scheint. Obwohl ich schon immer sehr starke Zyklusstörungen hatte und einen lange unerfüllten Kinderwunsch hatte, ist meine normale Ärztin nicht auf die Idee gekommen mich daraufhin zu testen! Erst in der Kinderwunschklinik wurden die entsprechenden Tests gemacht und die Diagnose gestellt.
Zuerst einmal wird, wenn der Verdacht besteht, ein Blutbild gemacht, dann im Ultraschall nach geschaut, ob sich das für PCO "klassische" Bild zeigt und drittens wird ein bestimmter Zuckertest gemacht, der OGTT. Und nicht zu vergessen führt der Arzt ein eingehendes Gespräch und macht sich daraus ein Bild.

Klassisches Ultraschallbild? Ja, bei PCO sieht man zwar Eier, bzw. Zysten, aber die sind wie an einer Perlenschnur aufgereiht.

OGTT? Steht für Oraler Glukosetoleranztest und ist ein Test bei dem geschaut wird, ob eine Störung im Glukoseabbau vorliegt. Dafür muss man eine bestimmte Menge Zuckerlösung trinken und es wird einem vor der Einnahme, eine Stunde danach und zwei Stunden danach Blut abgenommen. Im Bereich der Kinderwunschbehandlung wird dieser Test eingesetzt, um auf eine Insulinresistenz Rückschlüsse ziehen zu können.


Was ist eine Insulinresistenz?
  
Eine Insulinresistenz ist eine Störung, bei der der Körper nicht merkt, wann er genug Insulin ausgeschüttet hat, da er es nicht erkennt. Es kann die Vorstufe zu einer Diabetes-erkrankung darstellen. Im Zusammenhang mit PCO ist es eine Ursache für PCO. Durch die erhöhte Insulinkonzentration kommt es dazu, dass mehr männliche Hormone in den Eierstöcken gebildet werden und somit der Eisprung fast unmöglich gemacht wird, da das heranreifende Ei durch die männlichen Hormone zerstört wird.

Was sind weitere Ursachen?

Das kann bis zum jetzigen Zeitpunkt keiner genau sagen. Fakt ist, dass ein erbliche Häufung auftritt und auch Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle spielen könnten.
Weiterhin wird angenommen, dass starkes Übergewicht ein Grund sein kann.

Wie zeigt sich PCO noch?

Betroffene Frauen könne haben:

- Oberlippenbart
- starke Körperbehaarung, vor allem im Schambereich kann die Behaarung bis zu den        Oberschenkeln und dem Bauchnabel reichen
- fettige Haut und Akne
- Haarausfall
- Übergewicht
- eine tiefe Stimme
- verminderte Fruchtbarkeit bis hin zur Unfruchtbarkeit
- hoher Blutdruck
- Probleme mit dem Blutzucker


Was bedeutet das, wenn ich schwanger werden will?

Im Prinzip ist es für betroffene Frauen gar nicht oder nur schwer möglich schwanger zu werden, da in den meisten Fällen die Reifung der Eizellen gestört ist. Ohne eine komplette Reifung wird auch kein Gelbkörperhormon gebildet, was benötigt wird, damit das befruchtete Ei sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Es ist ein Kreislauf, der durchbrochen werden muss und kann.
An dieser Stelle kann man den Fortschritt der Zeit und seine daraus resultierenden positiven Aspekte nur betonen! Mir wurde damals von meiner Ärztin in derKinderwunschklinik gesagt, dass es den OGTT in Zusammenhang mit Kinderwunsch noch gar nicht lange gäbe.
Durch die verschiedenen Tests kann man der Sache auf den Grund gehen und gegebenen-falls passende Maßnahmen ergreifen. 

Wie sieht die Therapie aus?

Hierbei ist wichtig, ob die betroffene Frau einen Kinderwunsch hat oder nicht. Bei nicht bestehendem Kinderwunsch kann eine hormonelle Therapie, z.B. durch eine Antibabypille erfolgen. Bei Kinderwunsch mit Insulinresistenz wird in den meisten Fällen Metformin verordnet. Bei Kinderwunsch ohne Insulinresistenz werden Kortisonpräparate verordnet oder der Eisprung mit Antiöstrogenen, z.B. Clomifen angeregt.
Bei einigen Frauen hilft auch schon der Verlust von einigen Kilos, um wieder einen Eisprung und einen regelmäßigen Zyklus zu bekommen.
In manchen Fällen kann auch eine Operation sinnvoll sein, bei der mit einem Laser oder mit Hitze die Zysten punktiert und somit zerstört werden.

Was ist Metformin?

Metformin ist ein Medikament, welches entwickelt wurde zur Behandlung von Diabetes Mellitus Typ 2, aber auch Einzug gehalten hat in der Kinderwunschbehandlung. Durch die blutzuckersenkende Wirkung, kann bei bestehender Insulinresistenz, ein normaler Zyklus und Eisprung erreicht werden. Man liest viele Horrorgeschichten darüber, aber aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es nach zwei Monaten der Einnahme zur Schwangerschaft mit meiner Tochter geführt hat und ich vorbildliche Zyklen von 28 Tagen hatte. Anfänglich hatte ich leichte Verdauungsbeschwerden, aber die haben sich nach drei Tagen gelegt. Und noch ein positiver Aspekt war, dass ich davon auch etwas abgenommen habe.

Ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, dass man PCO nicht vorbeugen kann und es auch definitiv nicht bedeutet, dass ein schwangere PCO-lerin in der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes bekommen muss. Meine Zuckerwerte waren trotz Insulinresistenz geradezu vorbildlich während meiner Schwangerschaft.
Und nicht zu vergessen.....PCO kann auch zu Problemen mit der Schilddrüse führen, einer Schilddrüsenunterfunktion. Wenn die Schilddrüse nicht richtig eingestellt ist, ist eine Schwangerschaft auch unmöglich!

Für Betroffene habe ich hier einen Link....

http://www.pcos-selbsthilfe.org/pcos

Mittwoch, 4. Februar 2015

Andere Möglichkeiten für einen unerfüllten Kinderwunsch

Im vorherigen Post habe ich Möglichkeiten aufgelistet, die hormonell oder anatomisch begründet sind. Heute möchte ich noch Ursachen auflisten, die eher unter "äußere Faktoren" laufen.

Hier eine kleine Auflistung solcher Faktoren:

- Rauchen
- Alkohol
- Freizeitdrogen
- übermäßiger Sport
- starke Gewichtsschwankungen, bzw. starkes Über- oder Untergewicht
- Einnahme von bestimmten Medikamenten
- Alter

Der Konsum von Nikotin, Alkohol oder Freizeitdrogen beeinträchtigen nicht nur die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen, sondern schädigt auch den Embryo. Also heißt es Verzicht, wenn man plant schwanger zu werden.

Durch zu viel Sport kann es zu Hormonstörungen kommen. Anzeichen dafür sind meist ein unregelmäßiger Zyklus und ein ausbleibender Eisprung. Das gute ist, dass sich der Körper normalisiert, sobald man weniger Sport macht.

Über- oder Untergewicht, sowie starke Gewichtsschwankungen führen ebenfalls zu einem unregelmäßigen Zyklus und die Chancen auf eine Schwangerschaft werden verringert. 

Wenn man einen Kinderwunsch hat und Medikamente über einen längeren Zeitraum nimmt, sollte man unbedingt mit seinem Arzt abklären, ob das verschriebene Medikament eine Schwangerschaft erschweren oder gar verhindern kann und ob es vielleicht Alternativmedikamente gibt.

Mit zunehmenden Alter verringert sich im Normalfall die Anzahl der Eizellen und die Qualität. Daher sollten Frauen ab dem 35. Lebensjahr, die nach 6 Monaten nicht schwanger geworden sind, einen Arzt aufsuchen. Ab dem 40. Lebensjahr sollte unbedingt erst ein Arzt aufgesucht und in einem Gespräch alles geklärt werden.

Leider kann man nicht in jedem Fall einen Grund finden, warum man nicht schwanger wird. Weder äußere, noch innere Faktoren können gefunden werden, in diesem Fall spricht man von einer nicht erklärbaren Unfruchtbarkeit.

Oftmals wird auch nur davon ausgegangen, dass es an der Frau liegt und nicht am Mann. Zwei Drittel der unerfüllten Kinderwünsche liegen auch an der Frau, aber ein Drittel immerhin liegt am Mann. Dies ist ein sehr heikles Thema für viele Männer, denn sie haben das Gefühl, dass es um ihre "Männlichkeit" geht. Nicht selten kommt es vor, dass eine Untersuchung, bzw. ein Spermiogramm verweigert wird, obwohl es sinnvoll wäre. Da kann ich euch leider keinen Tipp geben....sprecht in Ruhe mit eurem Partner und erklärt ihm wie wichtig es ist, wenn ihr ein Kind haben möchtet, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. 
Bei einem Spermiogramm ist zu bedenken, dass die Qualität der Spermien schwankt, denn sie unterliegen ebenfalls einem Zyklus. Und auch Männer können etwas für die Qualitätssteigerung machen, nämlich Folsäure einnehmen. Das ist natürlich kein Garant, aber eine Option.

Samstag, 31. Januar 2015

Persönliche Erfahrung

Nachdem ich die Pille abgesetzt hatte, hatte ich keinen regelmäßigen Zyklus. Ein- bis zweimal im Jahr hatte ich eine Blutung. So war es schon vorher, daher ahnte ich schon, dass etwas nicht hinhaut. Nach einem halben Jahr ohne Regelblutung, ging ich zu meiner Gynäkologin, die einen Bluttest machte und ein Ultraschall. Ihre Aussage "Alles in Ordnung! Aber hier mal ein paar Hormone für Sie zum einnehmen!". Ich wurde mit Clomifen und Chlormadinom vollgestopft und lief wie ein Zombie durch die Gegend. Nichts tat sich.....
Ich bekam nach einem weiteren halben Jahr die Überweisung für eine Kinderwunschklinik. Nach einer ziemlich langen Wartezeit hatten wir dann unseren Termin. Erst wurde die gesamte Familienanamnese gemacht, dann ein Ultraschall gemacht und Blut abgenommen. Bereits beim Ultraschall kam der Verdacht auf PCO auf, da ich das typische Ultraschallbild hatte. Vor dem nächsten Termin musste mein Mann noch ein Spermiogramm machen lassen und ich einen Zuckerbelastungstest. Beim zweiten Termin dann die Ergebnisse....alles war niederschmetternd schlecht und noch dazu PCO!.....?...............Unfruchtbar!
Was nun? Ich musste ein Diabetikermedikament nehmen (Metformin) und innerhalb von zwei Monaten bekam ich einen regelmäßigen Zyklus. Bereits im zweiten Zyklus wurde mein Eisprung beobachtet, per Spritze ausgelöst und auf Anweisung geherzelt....und......es hat trotz der schlechten Prognosen geklappt. Ich musste dann noch Progesteron nehmen, da ich auch noch eine Gelbkörperschwäche habe. Das musste ich dann bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche nehmen und jetzt halte ich meine Tochter im Arm. Es hat zwar 2 Jahre gedauert, aber die Mühen, Tests, das Hoffen und Bangen alles hat sich gelohnt.

Was will ich euch mit meiner Geschichte sagen? Man sollte nicht die Flinte ins Korn werfen und aufgeben, denn es gibt meistens noch Hoffnung. Sicherlich gibt es keine Garantie, dennoch sollte man alle Möglichkeiten ausschöpfen.
Für uns waren die Grenzen, bis wohin wir unseren Kinderwunsch verfolgen klar gesteckt von Anfang an und ich hatte mich auch versucht an den Gedanken zu gewöhnen, dass es nicht klappen könnte. Es war eine grausame und niederschmetternde Zeit, die eine Beziehung auch erstmal aushalten muss. Letztenendes hat mein Mann für uns beide die Hoffnung nie aufgegeben und er sollte auch Recht behalten.

Freitag, 30. Januar 2015

Wenn es nicht klappen will....

Es gibt so viele Gründe warum es nicht klappt. Nachfolgend möchte ich ein paar Gründe aufführen.

Woran könnte es liegen, wenn ich keinen Eisprung habe?

- Störungen im Hormonhaushalt
- Polyzystisches Ovarialsyndrom, PCO
- Gelbkörperschwäche
- frühzeitige Menopause ( Wechseljahre)
- anatomische Besonderheiten
- Endometriose

Bei allen möglichen Faktoren ist eine ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich!!!

Störungen im Hormonhaushalt können sehr vielfältig ausfallen, da unser Körper von einer großen Menge an Hormonen gesteuert wird. Bei lang unerfüllten Kinderwunsch machen die meisten Frauenärzte ein Blutbild oder verweisen gleich an eine Kinderwunschklinik, wo das als erstes gemacht wird. Aus persönlicher Erfahrung bin ich der Meinung, dass man da bei einem Reproduktionsmediziner einer Kinderwunschklinik manchmal besser aufgehoben ist. Bei mir wurden ganz andere Hormone in der Kinderwunschklinik bestimmt, als bei der normalen Frauenärztin. Ich denke, dass ein genereller Blutcheck bei Kinderwunsch nicht falsch ist.

PCO betrifft viele Frauen, aber der größte Teil weiß gar nichts davon. Der Ausprägungsgrad ist sehr verschieden, genau wie die Symptome.
Bei manchen fällt auf, dass sie zu starker Körperbehaarung neigen, vor allem im Gesicht. Andere wiederum haben sehr männliche Züge oder aber auch, dass sie kaum ihre Monatsblutung bekommen. Typisch ist jedoch, dass betroffene Frauen sehr oft lange kinderlos bleiben, da sie keinen oder seltene Eisprünge haben. Bei PCO herrscht ein Ungleichgewicht der Hormone, somit bilden sich Zysten in den Eierstöcken und ein Eisprung wird verhindert. 
Es kann auch innerhalb des PCO's eine Insulinresistenz vorliegen. Das bedeutet, dass der Körper nach dem Essen zwar Insulin ausschüttet, aber nicht erkennt wann es genug ist. Somit wird immer mehr Insulin ausgeschüttet, Nahrung wird in Körperfett umgewandelt und gleichzeitig die hormonelle Steuerung des Eisprung beeinflusst. Frauen, die damit zu kämpfen haben sind meist übergewichtig.
Auf jeden Fall wird hier ebenfalls ein Blutbild für mehr Klarheit sorgen. Zusätzlich wird meist ein Ultraschall und ein Zuckerbelastungstest gemacht.

Die Gelbkörperschwäche kann man selbst gut abklären, wenn man seinen Zyklus eine Weile beobachtet. Diese Schwäche bedeutet, dass der Zeitraum zwischen Eisprung und Regelblutung, also die zweite Zyklushälfte zu kurz ist. Wenn die zweite Hälfte zu kurz ist, hat die befruchtete Eizelle nicht genug Zeit sich einzunisten und es kommt zu frühzeitigen Schwangerschaftsabbrüchen.
Getestet wird dies durch Speicheltest oder Bluttest.

Es kann bei Frauen vorkommen, dass sie sehr zeitig in die Wechseljahre kommen, was eine Schwangerschaft nicht möglich macht, bzw. erschwert. Auch in diesem Fall ist eine Untersuchung und Beratung durch einen Facharzt unerlässlich.
Wenn die eigene Mutter recht zeitig in die Wechseljahre gekommen ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem selbst auch so geht, recht hoch.

Unter anatomischen Besonderheiten fallen Blockaden der Eileiter und eventuelles Fehlwachstum. Es muss nicht von Geburt an so sein, sondern kann sich auch erst später entwickeln. Wichtig zu benennen ist eine Chlamydieninfektion, die man sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr zuziehen kann und die meist unbemerkt bleibt. Dafür gibt es einen einfachen Test beim Frauenarzt.
Ebenso zählt dazu die Endometriose. Bei Endometriose wächst die Gebärmutter-schleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter. Betroffene Frauen leiden meistens unter sehr starken Regelschmerzen.

Wenn über einen längeren Zeitpunkt der Kinderwunsch unerfüllt bleibt oder man im Vorfeld bereits alles abklären möchte, ist es nicht nur sinnvoll seinen Zyklus besser kennen zu lernen, sondern ins Gespräch mit seinem Frauenarzt zu kommen. Wichtig ist natürlich hier ein gutes Patienten-Arzt-Verhältnis, das auf Vertrauen und gute Kommunikation beruht. Wenn ihr Fragen an den Arzt habt, schreibt sie auf. Da kann im Eifer des Gefechtes auch nix in Vergessenheit geraten. Die Kosten der meisten Tests, wie Ultraschall oder Bluttest werden von der Krankenkasse getragen. Aber auch hier kann es von Kasse zu Kasse anders sein.